Im Rahmen der Einführung der europäischen Derivateregulierung werden demnächst die ersten Pflichten in Kraft treten, die auch Parteien außerhalb des Finanzsektors betreffen werden. Der Anwendungsbereich der europäischen Derivateregulierung ist sehr weit gefasst. Erfasst wird jedes Unternehmen, das im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit Derivate abschließt. Auf das Volumen oder die Anzahl der abgeschlossenen Derivate kommt es dabei nicht an, es reicht bereits ein einziges Zinsderivat im Zusammenhang mit einer Fremdfinanzierung, um in den Anwendungsbereich der Derivateregulierung zu fallen.

Bereits am 16. August 2012 ist die Verordnung (EU) Nr. 648/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. Juli 2012 über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister (EMIR) in Kraft getreten. EMIR setzt die G-20 Beschlüsse vom 24. und 25. September 2009 in Pittsburgh in Europa um. Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sahen im außerbörslichen (over the counter, OTC) Derivatehandel eine Ursache der Finanzkrise und beschlossen umfangreiche Pflichten für den Derivate- und OTC-Derivate- handel, unter anderem eine Clearingpflicht für OTC-Derivate, Meldepflichten für Derivate und Risikominderungspflichten für OTC-Derivate.

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